MOI MOI – MON TOI

Fotokünstlerin Semra Sevin – Einzelausstellung

Félicité Crossing Identities, gyclée print, 2018, Paris

Ko-Kuratoren: Silvia Carapellese & Semra Sevin

Vernissage am 13. Juni 2019 um 19 Uhr
Rede von Sawsan Chebli, Berliner Staatssekretärin

Artist Talk am 2. Juli 2019 um 19 Uhr
Mit Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin Sandrine Micossé-Aikins und Borris Diederichs Projektbeauftragter Diversität und Partizipation im DFJW

Finissage am 13. August 2019 um 19 Uhr


Vom 13. Juni bis 13. August 2019 zeigt das Info-Café die Einzelausstellung „MOI MOI – MON TOI“ der international arbeitende deutsche Fotokünstlerin Semra SEVIN.

Schirmherrin ist Sawsan Chebli, die Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales. Sandrine Micossé-Aikins, Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin, führt einen Artist Talk mit SEVIN am 2. Juli.2019. Teile dieser Ausstellung wurden 2018 im Wende Museum und der Building Bridges Gallery in Los Angeles gezeigt. Im Anschluss an die Berlin Ausstellung werden die Exponate in Paris gezeigt.

„MOI MOI – MON TOI” zeigt die künstlerischen Ergebnisse einer sozialanthropolo-gischen Studie mit 40 Foto-Interviews, die SEVIN innerhalb von 18 Monaten mit Kindern von Migranten in Los Angeles, Berlin und Paris zum Thema der Vielfalt und den Auswirkungen von Marginalisierung realisiert hat. Drei Städte, in denen SEVIN gearbeitet, studiert und gelebt hat. Identität und Diversität als künstlerische Motive sind daher auch mit ihren biografischen Erfahrungen verknüpft. Das Projekt wurde von der Senatskanzlei Berlin, der Wohnkompanie Berlin und dem DAAC Paris gefördert.

Mit großer Sensibilität begegnet die Fotografin den Protagonisten und seziert mit ihrem scharfen Blick vorgefertigte Klischees. Vorurteile über Rasse, Gender und soziale Unterschiede werden durch unerwartete Momente entkräftet. Die für die Befragung erforderliche soziologische Methode wurde mit der Ethnologin Sanna Schondelmayer erarbeitet. Als Ergebnis dieser Gespräche gehen Videos und Tonaufnahmen hervor, die zusammen mit fotografischen Portraits tiefe und persönliche Einblicke in diverse kulturelle Umfelde und deren Protagonisten ermöglichen.

Mit dem Medium der Fotografie, kombiniert mit analogen reflektierenden Oberflächen, produziert die Künstlerin abstrakte und vielschichtige Bilder, vergleichbar mit Gemälden. Spiegel, Tromp l’œils und transparente Materialien begleiten die Fotografien als eine raumübgreifende Installation. SEVINS Arbeiten verweigern sich einer eindeutigen Erklärung: es entsteht eine facettenreiche Porträtlandschaft, die neue Perspektiven auf das Thema Diversität öffnet.

Der Titel „MOI MOI – MON TOI” ist eine Allegorie zur Schlussfolgerung SEVIN’s nach dem trilateralen Projekt. Unser Bewusstsein bewegt sich wie in einem Orbit, dessen Sonne wir sind. Als Zentralgestirn unseres persönlichen Planetensystems können wir nur Empathie mit Strukturen entwickeln, die wir kennen. Die Gefahr, “das Andere” als einen Fremdkörper zu empfinden, ist immer präsent. Demnach suchen wir bei Begegnungen die Reflektion des Ichs.

„MOI MOI – MON TOI” zeigt das Vertraute, das Neue, das „Andere“ und das Unentschiedene als perfekt harmonierende Einheit.