Berlin, 1983-2008

Fotokünstler Jean-Christophe Ballot

Vom 27. Januar bis zum 17. April empfängt das Info-Café die Ausstellung „Berlin, 1983-2008“ des französischen Künstlers Jean-Christophe Ballot.

Vernissage am Dienstag, 27. Februar 2020, um 18:30 Uhr

Am 9. November 1989 fiel die Mauer. Der Mauerfall wurde zum Symbol für die Wiedervereinigung Deutschlands – der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und Westdeutschlands.
Rostropovich, der vor der Mauer Cello spielt, die jubelnde Menge… Diese Bilder gingen um die Welt.

Aber was sind die tiefgreifenden Veränderungen, die über diese Bilder hinausgehen?

Diese Ausstellung zeigt vier Fotokampagnen, die Ballot vor und nach dem Mauerfall aufgenommen hat.

1983 reist er als Student mit seiner Architekturschule nach Berlin. Schon damals geht es um Erinnerungsarbeit und die Bühnenwirksamkeit der Stadt.
Palimpseste.

1987 erhält Ballot ein Stipendium vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) und zieht für zwei Monate nach Berlin. In dieser Zeit beginnt er, mit einer 4×5 Analogkamera zu fotografieren und sein Werk zu beginnen.

Nach dem Fall der Mauer kehrt er in den Jahren 2002 und 2008 noch zwei weitere Male nach Berlin zurück.

In seinen kontemplativen Fotografien prallen die verschiedenen Jahre aufeinander, Portraits untersuchen Architektur, Schwarz-Weiß und Farbbilder ergänzen sich. Auf der Suche nach zeitlosen Momenten ergründet der Künstler den urbanen Raum und stellt die Entwicklung der Stadt ins Rampenlicht: Berlin als Schauplatz und Denkmal der europäischen Geschichte im 20. Jahrhundert. 

Zwar ist jedes Werk mit Datum gekennzeichnet, aber der Zeitverlauf lässt sich schon daran ablesen, wie sich der Stil des Künstlers entwickelt hat. 
Die erste Fotoreihe im Format 24×36 (1983) ist eine Art expressionistische Reportage, Ballot war damals nur 23 Jahre alt.
Seine erste Arbeit mit der Analogkamera (1987) zeigt einen romantische Betrachtungsweise.
2002 folgt ein eher objektiver Stil, 2008 fotografiert der Künstler zum ersten Mal in Farbe.

Mit Ausnahme einiger weniger Bilder wurden alle hier gezeigten Abzüge direkt nach ihrer Aufnahme gemacht.

Jean-Christophe Ballot arbeitet als Fotograf und Dokumentarfilmer. Er ist außerdem Architekt und Absolvent der Ecole Nationale Supérieure des Arts Décoratifs sowie der FEMIS. Ballot ist Fellow der Villa Médicis. Seine Werke sind in den Sammlungen renommierter Ausstellungsorte zu sehen: Metropolitan Museum of Art (New York), Musée du Louvre (Paris), Nationaler Fonds für Zeitgenössische Kunst (Paris), Centre Pompidou (Paris), Europäisches Haus der Fotografie (Paris), Carnavalet Museum (Paris), Petit Palais (Paris), Rodin Museum (Paris), Französische Nationalbibliothek (Paris), Thessaloniki Museum für Fotografie, Museum für zeitgenössische Kunst (Thessaloniki), usw.

Im Mittelpunkt seines Werks steht das Thema „Raum“: Städte, insbesondere ihre urbane Landschaft und Architektur, Häfen, Grenzgebiete, Erinnerungsstätten, spirituelle Orte, natürliche Landschaften und Gärten, archäologische Ausgrabungsstätten.

2018 wurde Ballot zum „Chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres“ ernannt.